Shotokan
Das Shotokan-Karate (dt. "Haus des Shoto") geht auf den bekannten Karate-Meister Gichin Funakoshi zurück.

Gichin Funakoshi
(1868-1957)
Funakoshi zählt zu den Pionieren des Karate in Japan. Funakoshi stammte aus Shuri/Okinawa, reiste 1922 nach Japan, um Karate erstmalig in größerem offiziellen Rahmen der japanischen Öffentlichkeit vorzustellen.
Er gilt heute als einer der Begründer des modernen Karate, und wird auch als Vater des modernen Karate Do bezeichnet.
"Shoto" war Funakoshis Künstlername und bedeutet "das Rauschen der Kiefernwipfel". Funakoshis Dojo wurde 1939 nach seinem Künstlernamen "Shotokan" genannt, mit welchem er seine Kalligraphien unterschrieb. Fortan trug das Karate des Gichin Funakoshi den Namen "Shotokan" (obwohl er selbst immer gegen diese Stilrichtungsbezeichnung war, denn für ihn gab es nur ein Karate).
![]() |
| Yasutsune 'Anko' Azato (1827 - 1906) |
![]() |
| Yasutsune 'Anko' Itosu (1832 - 1916) |
Seine wichtigsten Lehrer waren Yasutsune 'Anko' Itosu und Yasutsune 'Anko' Azato, die ihn beide seit seiner Kindheit unterrichtet hatten und die selbst als Koryphäen des Karate betrachtet werden.
Itosu schuf die Pinan-Katas, die später in Heian-Katas umbenannt wurden, zur Verwendung im Schulunterricht. Dies war ein wichtiger Beitrag, um die Karate umgebende Heimlichkeit nach und nach abzubauen.

Masatoshi Nakayama
(1913 -1987)
Einer der einflußreichsten Schüler Funakoshis war Masatoshi Nakayama, der spätere Gründer der Japan Karate Association.
Dessen Einsatz für die Einführung von Wettkampfelementen im Karate, die von Funakoshi nicht befürwortet wurden, führte zu einer Spaltung. Die Traditionalisten versammelten sich unter Shigeru Egami und gründeten das Shotokai.
Sowohl das mehrfach aufgespaltene Shotokan, als auch das Shotokai betrachten sich als die Erben von Gichin Funakoshi.
Der Tiger des Shotokan aus der Feder des japanischen Künstlers Hoan Kosugi.

Shotokan-Karate zeichnet sich durch tiefe Stellungen und geradlinige starke Techniken aus.
Es ist eine japanische Karate-Stilrichtung, die vor allem aus geradlinigen, explosiven Techniken besteht, die oft aus einer großen Distanz vorgetragen werden. Es ist ein typisches hartes System. Die Stellungen sind tief und es wird sehr viel mit Ganzkörperspannung (Kime) gearbeitet. Der Körper und der Geist des Übenden soll durch beharrliches Üben diszipliniert werden. Typisch für diesen Stil sind hohe Wiederholungszahlen in der Grundschule (Kihon), durch die präzise Bewegungen eingeschliffen werden.

